Weltweite Pressemitteilung zum “Day of United Symbolic Actions”

“Globale Aktionswelle für Bildung”

Ein internationales Netzwerk von Bildungsaktivist*innen kündigt für den Herbst 2010 gemeinsame Proteste an. Aktive aus aller Welt veranstalten morgen im Zuge des “Day of United Symbolic Actions” Aktivitäten gegen die zunehmende Privatisierung öffentlicher Bildung.

Im Oktober und November 2009 gab es bereits massenhaften Protest gegen die zunehmende Privatisierung öffentlicher Bildung, den “Bologna-Prozess” und die damit verbundenen Probleme, sowie für freie und emanzipatorische Bildung mit uneingeschränktem Zugang für alle!

Die letzten Monate wurden genutzt, um das weltweite Netzwerk zwischen den Bildungsaktivist*innen zu stärken und deutlich zu machen, dass alle Gruppen erfolgreicher ihrem Bestreben sein werden, wenn sie sich auf globaler Ebene vereinen. Schließlich sind die Probleme in großem Ausmaß identisch.

Das „International Student Movement“ ist eine unabhängige Plattform, die sich zahlreicher Internetwerkzeuge bedient, um einen umfassenden Informationsfluss und die allgemeine Kommunikation zwischen Aktivist*innen in Australien, Nepal, den USA, Puerto Rico, Großbritannien und anderswo auf der Welt zu ermöglichen.

Hunderte Menschen aus vielen verschiedenen Regionen der Welt, die sich mit dem Zustand von Bildung auseinandersetzen, fanden sich an der Ruhr-Universität in Bochum für den “European Education Congress” Ende März 2010 zusammen, um Visionen auszutauschen und Beziehungen über staatliche Grenzen hinweg zu knüpfen. Der Kongress zeigte wieder einmal deutlich, dass die zunehmenden Kosten für den individuellen Zugang zu Bildung, Einschnitte in den Haushalten und eine Zunahme des Einflusses von Wirtschaftsinteressen (durch extra aufgestellte Gremien – wie z.B. den Hochschulrat) und eine kontinuierliche Entdemokratisierung von Bildungseinrichtungen – um nur einige zu nennen – bei weitem keine Probleme sind die sich auf die lokale oder nationale Ebene reduzieren lassen – sondern tatsächlich Menschen überall betreffen. Wie Mutiara Ika, eine studentische Aktivistin in Indonesien, es ausdrückt: „Der Einsatz für freie Bildung kennt einfach keine Grenzen!“. Sie setzt fort: „Freie und emanzipatorische Bildung für alle ist eine grundsätzliche Voraussetzung für jede Gesellschaft, welche sich als demokratisch versteht.”.

Deshalb beschlossen bildungsaktivistische Gruppen, bei ihren zukünftigen Protesten vermehrt gemeinsam zu handeln. Als ersten Schritt beschlossen sie, den 16. Juni als “Day of United Symbolic Actions” zu deklarieren.
An diesem Tag werden Gruppen weltweit an zahlreichen Orten öffentlich die im Herbst diesen Jahres anstehenden „Global Wave of Action for Education“ ankündigen. Diese wird bereits in mehreren Ländern vorbereitet und koordiniert. Den Startschuss für diese wird voraussichtlich ein großer Aktionstag in den U.S.A. am 7. Oktober darstellen. Anschließend wird es mit Besetzungen in Italien und darüber hinaus zu einer größeren Dynamik in Europa kommen. Zu bestimmten Zeitpunkten werden sich auch Gruppierungen aus Afrika, Asien und anderswo einbringen.

Hier ist eine Übersicht einiger Aktionen, die morgen als Teil des „Day of United Symbolic Action“ stattfinden werden:

* Deutschland: In Dresden wird eine landesweite Demonstration stattfinden. Zu dieser ruft ein breites Bündnis auf, allen voran die Konferenz der Studierendenschaft Sachsen.
In Marburg (Hessen) werden Aktivist*innen ein Banner am Universitätsgebäude anbringen und zur Teilnahme am “Global Wave of Action for Education” diesen Herbst aufrufen.
In Wilhelmshaven (Niedersachsen) inszenieren Aktivist*innen eine Kunstdarstellung, um die Nachricht der bevorstehenden “global wave” in die Öffentlichkeit zu tragen.

* Indonesien: Eine landesweite Organisation namens PEMPEBASAN mobilisiert für Massenaktionen in zahlreichen Regionen, darunter Jakarta, Yogyakarta, Ost-Kalimantan, Palu-Centre Sulawesi, Süd-Sulawesi, Madura-Ost-Java und Temate-Nord-Maluku. Der Protest richtet sich dort zusätzlich gegen die steigenden Preise für Elektrizität und Nahrung, sowie für freie öffentliche Bildung.

* Kosovo: Aktivist*innen der NGO N’Solidaritet veranstalten eine symbolische Aktion vor der Philosophischen Fakutät der Universität von Prishtina.

* Nepal: Die weltweite Nepalesische Studierendenorganisation (WNSO) wird ein Programm für freie und emanzipatorische Bildung in der Hauptstadt Kathmandu durchführen.
Daran teilnehmen werden studentische Vertretungen sowie des Bundes der Lehrer*innen.

* Philippinen: Das “League of Filipino Students” (LFS) hält eine Protestaktion vor dem Haus des Präsidenten in der Hauptstadt Manila ab. Sie protestieren gegen die acht größten Belastungen der Jugend: 1. Erhöhung der Studiengebühren, des Schulgeldes und anderer Gebühren, 2. Ein zu geringer öffentlicher Haushalt für Bildung, 3. Kürzungen von Klassenräumen und inadequate Ausstattung, 4. Starke Zunahme von Abbrüchen auf allen Ebenen in Folge der finanziellen Belastung, 5. Die zunehmende Demontierung von Forschungs-, Entwicklungs-, und Eigentumsrechten, 6. Exportorientierte Lehrplan- und Arbeitspolitik, 7. Schließung von Studierendenvertretungen und Studierendenpublikationen, 8. Nicht durchsetzungsfähige Regierungsbehörden.

* Russland: Eine Gruppe autonomer Arbeiter*innen mobilisiert Lehrer*innen, Arbeiter*innen und Angestellte in Bildungseinrichtungen, Eltern und Studierende für einen spontanen Flashmob in St. Petersburg.
Eine weitere Gruppe, welche sich “Civil Initiative for Social Human Rights” nennt wird ihre vierte Mahnwache und Straßentheater durchführen in Samara. Ihre Aktionen richten sich auch gegen ein neulich verabschiedetes Gesetz, welches den Weg für die Kommerzialisierung öffentlich finanzierter Einrichtungen ebnet.

* Sierra Leone: Wie in vielen anderen Ländern des Kontinents finden in
Sierra Leone Aktionen und Ereignisse als Teil des “African Child’s Day” statt, die von einem breiten Bündnis getragen werden. Das „National Youth Coalition Student Assembly” organisiert Versammlungen, die beide Aktionsrahmen miteinander verbinden.

* Schweiz: Eine Gruppe namens “Unsere Uni”, hervorgegangen aus den Protesten im vergangenem Herbst, führt in Bern als Teil des Aktionstages ein Straßentheater auf.

Weiter unten finden Sie eine Liste mit Kontaktmöglichkeiten einiger Gruppen, die an dem morgigen Aktionstag teilnehmen werden. Kontaktiere Sie diese, um weitere Einzelheiten zu ihren lokalen Umständen zu erfahren.

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Um in Zukunft aktuelle Neuigkeiten im Zusammenhang mit der „Global Wave of Action for Education“ zu erhalten, können Sie den Newsletter abonieren [Inhalte werden auf englisch versendet].

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Liste der Kontakte einiger Gruppen, welche aktiv im globalen Netzwerk involviert sind:

* France:
Front de lutte pour l’Education
e-Mail: [email protected]
Phone: +33 662 469 896

* Germany:
“Initiative Bildungsstreik Marburg”
e-Mail: [email protected]
Mobile: +49 1522 456 1455

Konferenz Sächsischer Studierendenschaften (= Conference of Student Bodies in the State of Saxony)
e-Mail: [email protected]

“Bildungsstreik Wilhelmshaven”
e-Mail: [email protected]
Mobile: +49 174 102 3269

“Unibrennt München”
e-Mail: [email protected]
Mobile: +49 1762 7475 335

* Indonesia:
PEMBEBASAN
e-Mail: [email protected]
Phone: +62 85 64 77 35174 (Mutiara Ika, Chairperson)

* Italy:
Unione degli Studenti (UdS) di Cagliari
e-Mail: [email protected]
Phone: +39 345 9537351

* Kosovo:
N’Solidaritet
e-Mail: [email protected]
Phone: +38649642492

* Philippines:
League of Filipino Students (LFS)
e-Mail: [email protected]

Terry Ridon (National Chairperson)
e-Mail: [email protected]
Phone: +63 915 531 0725
Aki Merced (International Liaison Officer)
e-Mail: [email protected]
Phone: +63 933 666 1328

* Nepal:
Worldwide Nepalese Students’ Organisation (WNSO – Nepal)
e-Mail: [email protected]
Phone: +977 984 145 3923

* Russia:
“Avtonom”
e-Mail: [email protected]
Phone: +7 892 1895 2540

“Civil Initiative for Social Human Rights”
e-Mail: [email protected]
Phone: +7 890 3308 2919

* Sierra Leone:
National Youth Coalition Students’ Assembly
e-Mail: [email protected] (Mohamed Kanneh, National Coordinator)
Phone: +232 77 843346

3 Kommentare zu „Weltweite Pressemitteilung zum “Day of United Symbolic Actions”“

  1. Mo sagt:

    Ein Music-Video mit einigen Szenen der Aktionen:

    http://www.youtube.com/watch?v=s7tJiC2I8Gk

  2. Peter sagt:

    Yeaaahhh! I like it! That is the right way! Let’s go for it!

    The “world wide we” = www

  3. Mo sagt:

    Zum 16.Juni gibt’s auch seit ein paar Wochen ein Video (feat. actions in Marburg, Yogyakarta, Kathmandu and Dresden):
    http://www.youtube.com/watch?v=s7tJiC2I8Gk

    Eine Zusammenstellung der bisher eingegangenen Berichte gibt es hier:
    http://emancipating-education-for-all.org/summary_june16

    Booklet “Education Activist Movements Worldwide” zum freien Download:
    http://www.archive.org/download/EducationActivistMovementsWorldwide2.0/BookletIi.pdf

    Grüße aus Marburg ~