Aktionsformen

Auf dieser Seite findet ihr einige Anregungen für Aktionsformen. Diese Aktionsformen sind nur Vorschläge einzelner Akteur_innen und werden nicht zwingend von allen im Bildungsstreik beteiligten Gruppen mitgetragen.

7 Kommentare zu „Aktionsformen“

  1. aktion aktion... sagt:

    Frühling der Stühle

    Unter dem Namen „printemps des chaises“ (Frühling der Stühle) laufen derzeit im Rahmen des Streiks an den französischen Hochschulen eindrückliche Aktionen. Stühle und teilweise auch Tische blockieren dabei manchmal einfach nur die Eingänge, häufig werden aber auch meterhohe Skulpturen kreiert. Auf diesem Weg werden gleich zwei Ziele vorangetrieben:
    Für die Öffentlichkeitsarbeit entstehen wirkungsvolle Bilder.
    Es erfolgt eine effektive Blockade aller Veranstaltungen.

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  2. Aktion 2 sagt:

    Weitere Idee aus Frankreich:

    “Vor dem Pariser Rathaus findet seit Wochen die so genannte „Runde der Sturköpfe” ( ronde des obstinés ) statt, in Anspielung an einen Ausspruch aus Regierungskreisen, wonach nur noch ein paar Sturköpfe die „Reform“ blockierten: Tag und Nacht, 24 Stunden am Tag, laufen protestierende Lehrkräfte und Studierende stetig im Kreis vor dem Rathaus, mit diversen Schildern und Slogans ausgestattet. Am 3. Mai dieses Jahres wird die „1.000 Stunde“ gefeiert, die das Rundlaufen nun schon ohne Unterbrechung dauert – selbstverständlich nicht immer mit denselben Personen, die TeilnehmerInnen wechseln sich ab.”
    Quelle: http://www.labournet.de/internationales/fr/bildungstreik09.html

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  3. Raketen Moni sagt:

    Hier ein zwei Lesetipps zu Aktionsformen:

    Kreativ demonstrieren?
    Rechts- und Orgatipps für Demos …Kreative Aktionen rundherum … Subversion … Antirepression …
    http://www.projektwerkstatt.de/da/download/A5demo.pdf

    Handbuch zur studentischen Protestorganisation http://www.streiflicht-online.de/protesthandbuch/

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  4. lokke sagt:

    Gravierende Vorteile von Flashmobs sind die Akzeptanz unter wenig und unpolitischen und den, im Gegensatz zu klassischen Demonstrationen, kaum negativen Assoziationen und Konnotationen in der Bevölkerung und den Behörden und Staatsorganen.

    Da der Flashmob an sich unpolitisch ist (scheinspontane, unsinnige Aktion vieler in der Öffentlichkeit) ist er von den gängigen Auflagen für Demos (VersG, BefBezG, Hamburgisches Bannkreisgesetz) nicht betroffen.
    Das eröffnet viele Möglichkeiten:
    Ein Streik schafft durch Arbeitsniederlegung (oder Dienst nach Vorschrift) wirtschaftlichen Druck auf den Verhandlungsgegner, der damit zum Verhandeln (Warnstreiks)oder im zweiten Schritt zum Einlenken gebracht werden soll. Ein Fernbleiben vom Unterricht/Vorlesung/Seminar schadet niemandem (außer dem Boykottierenden, der dadurch noch weniger Bildung bekommt). Das was dann aber Druck machen kann, ist öffentlicher Druck. Den bekommt man durch wirksame Aktionen, die die Bevölkerung und die Presse (als vierte Kraft in Staat) mobilisiert.
    Demonstrationen bergen die Gefahr der Eskalation (auf beiden Seiten). Das hat sie schon oft in Verruf gebracht.

    Flashmobs stehen nicht in dieser Gefahr.
    Zwar ist es hier schwieriger die Botschaft und das Anliegen zu transportieren/kommunizieren, aber die positive Aufmerksamkeit ist einem so gut wie sicher. Flashmobs ernten in der Regel Applaus der Zeugen statt Proteste.
    Aufmerksamkeit ist das A und O. Sie ist möglicherweise primär vor dem Inhalt. Was nützt eine Botschaft die niemand entgegennimmt.
    Hat man aber einmal die Aufmerksamkeit der Bevölkerung oder Teilen von ihr, wird dies zu Neugier führen und weitere Vorgehen werden anders oder überhaupt wahrgenommen und erkannt (darauf folgende Pressearbeit, Verhandlungen, Aktionen, ÖA allgemein – die dann die Botschaft selber transportieren).
    Und DAS produziert den öffentlichen Druck, wenn die Bevölkerung auf den sog. “Bildungstreiks09″, und in der Folge seine Anliegen, aufmerksam wird, ihn positiv (sympathisch und sinnvoll) assoziiert und am Ende dafür gewonnen wird.
    Kreative Aktionen schaffen das möglicherweise eher als klassische Demonstrationen in Form von Aufmärschen.
    Flashmobs sind eine moderne Form solch zeitgemäßer, Sympathie schaffender Kreativ-Aktionen.

    Das Problem der Kommunikation der Anliegen bei derartigen Aktionen ist klar. Keine Banner, keine Sprechchöre etc. Aber wie ober angedeutet muss man sich vielleicht vom klassischen Weg verabschieden bei dem Aufmerksamkeit und Botschaft noch eins sind.
    Hier geht es um gewinnen und öffnen damit man anschließend überzeugen kann.

    Flashmobs an sich fallen nicht unter das Versammlungsgesetz. Je nachdem wie anschließend die Botschaft transportiert wird, kann dies dann darunter fallen und wäre somit anmeldungs- und genehmigungspflichtig. Aber ein paar Flyer verteilen wird schon ok sein, vor allem weil alles schnell vorbei ist und eher nachwirkt. T-Shirt tragen wird einem auch keiner verbieten, die Träger kommen “spontan” zusammen, halten sich kurz auf und zerstreuen sich anschließend wieder. Mit großem Nachspiel durch Ordnungshüter ist allen schon wegen der Kürze der Aktionen an sich kaum zu rechnen. Der offiziell politische Teil (der das VersG tangiert) ist ja noch mal wesentlich kürzer!

    Zu guter letzt: Da klassische politische Versammlungen nach §7 VersG einen ausgewiesenen Leiter haben müssen, entsprechen Aktionen die nicht unter das Versammlungsgesetz fallen auch dem dezentralen Ideal des “Bildungsstreik09-Bündnisses”.

    einige Ideen für Bilungsmobs:

    Freeze mob
    alle erstarren exakt im gleichen Moment für einige Minuten
    Motto: „nötige Bildungsreformen stehen still“
    Transportation: das Entrollen eines Transparents mit Motto + BS09 Logo beendet die Aktion

    Kissenschlacht
    „spontane“ Kissenschlacht (mit Federflug!?!)
    Motto: „jetzt gibt’s was auf die Ohren“
    Transportation: T-Shirts mit Motto, Bildungsstreik, und jeweils einer Forderung

    Bildungspartizipation
    alle legen sich auf dem Boden und strecken sich erfolglos zu vor ihnen liegenden Büchern aus
    Motto: „ich komm nicht an die Bildung ran“
    Transportation: Botschaft „Bildung“ deutlich auf/in dem Buch, den Passanten sagen: ich komm nicht an die Bildung dran, bitte helfen sie mir“ wenn ein Passant geholfen hat, beenden, aufstehen, bedanken. Ggf. Gesprächsbereitschaft nutzen

    Bildungslage
    alle legen sich gleichzeitig auf den Boden und bleiben liegen, nach einiger Zeit (20 sec – 1 min) stehen sie wieder auf und gehen ihrer Wege
    Motto: “wir machen auf die Bildungslage in unserem Land aufmerksam”
    Transportation: Shirts, Flyer-Verteilung im Anschluss, Aufmerksamkeit Wiedererkennung

    Dancemob
    alle tanzen nach einer Choreografie, (muss einstudiert sein damit es wirkt) am Ende weiter gehen als ob nix gewesen ist
    Motto: — Aufmerksamkeit, Wiedererkennung
    Transportation: Während der Choreografie ziehen alle ihre Jacken aus drunter Bildungsstreik-Shirts.

    Papierflut (von Tilmy)
    alle lassen gleichzeitig ein gelbes Papier, am besten mit Logo fallen
    Motto: — Aufmerksamkeit
    Transportation: Flyer im Anschluß, Logo auf dem Papier, Farbe als Erkennungsmerkmal

    die Liste ist offen und fortzusetzen

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  5. lokke sagt:

    weitere idee für ein Happening:

    eine Gruppe gleichgekleideter (damit wiedererkennbar und zuordenbar) personen kuckt angestrengt in Türen, Eingänge, Gullys, Röhren, die Höhe, U-Bahn-Schächte Unterführungen etc alles in was man eben so reinkucken kann.

    eintäuscht wird sich abgewendet und evtl noch mal gekuckt bevor man ein Schild zurücklässt mit der Aufschrift:
    “ich hab einen Bildungszugang gesucht – aber hab ihn auch hier nicht gefunden”

    wenn das viele machen und man nach der Aktion zum nächsten Performance-Ort geht also das ganze sich wiederholt und damit andauernd, kann man so ne Menge Aufmerksamkeit bekommen.
    An geschickt platzierten Info-Ständen, die man von der Gestaltung den Perfomance-Künstlern zuordnen kann kann man aufkommende Fragen beantworten und auf anliegen, weitern Aktionen etc. Aufmerksam machen und Infomaterial verbreiten.

    für weitere Ideen gerne bei mir Anfragen

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  6. lokke sagt:

    weitere Ideen nach Pfingsten auf

    menschenauflauf-hamburg.blogspot.com

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  7. Videoblogger sagt:

    Bildungsstreik-TV

    Der Bildungsstreik hat in den etablierten Medien noch nicht den Platz, der notwendig ist, um die breite Bevölkerung über die Missstände im Bildungssystem und die Lösungsvorschläge der Studierenden zu informieren. Viele Bürger halten den bisherigen Bildungsstreik für halblaut oder unbegründet, weil sie keinen Schimmer von den Problemen im deutschen Bildungssystem haben. Sicher tragen die Journalisten, die vielfach nur die Sensationslust ihrer Leser und Zuschauer befriedigen wollen, eine Mitverantwortung an der aktuellen Situation. Viele glauben nicht an den Erfolg der aktuellen Proteste, weil die Aktionen in den letzten Jahren nicht sehr erfolgreich waren.

    Der Aufbau eines speziellen Videoblogs mit einem täglichen kurzen Programm über alle wichtigen Anliegen der Schüler und Studierenden könnte einen nützlichen Beitrag zur Öffentlichkeitsarbeit leisten. Dazu sollte ein spezielles Sende-Format mit hohem Wiedererkennungswert erarbeitet werden, dass auch den Spaß und die Freude an der Sache erkennen lasst.

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