Aufruf zum Bildungsstreikblock

Wir dokumentieren den Aufruf zum Bildungsstreikblock am 20. März 2010 auf der „Wir zahlen nicht für eure Krise“ Demonstration in Essen.

Ihr zahlt nicht für unsere Bildung?
Wir zahlen nicht für eure Krise!

Politik und Medien bemühen sich den Bildungsstreik als einen Protest darzustellen, bei dem Studierende mit der Unterstützung von SchülerInnen nur für ein angenehmeres Studium demonstrieren. Es liegt in ihrem Interesse den Bildungsstreik möglichst elitär aussehen zu lassen und so zu tun, als hätte er mit der Krise, ihren Auswirkungen und anderen Bewegungen nichts zu tun. Jedoch zeigt die Zusammenarbeit der Bildungsstreikbewegung mit Gewerkschaften, Erwerbsloseninitiativen und Gruppen aus der sozialen Bewegung bei der gemeinsamen Blockade der Kultusministerkonferenz am 10. Dezember letzten Jahres die Stärke und Tiefe unseres Protest, sowie die gesellschaftliche Verankerung.

Angesichts der kapitalistischen Krise ist gemeinsamer Widerstand der verschiedenen sozialen Proteste wichtiger denn je. Nicht nur Lohnabhängige, Erwerbslose, Auszubildene und RentnerInnen sind von der Krise betroffen, sondern auch wir SchülerInnen und Studierende spüren die Folgen der Krise. Gerade weil wir zusammen angegriffen werden, müssen wir uns zusammen wehren und dürfen uns dabei nicht spalten lassen. „Gemeinsam sind wir stark, alleine machen sie uns ein.“

Darum beteiligt euch am Bildungsstreikblock bei der „Wir zahlen nicht für eure Krise“ Demonstration am 20. März 2010 in Essen.

Geringere Steuereinnahmen und höhere Sozialausgaben treiben viele Kommunen in finanzielle Schwierigkeiten, einige stehen kurz vor der Pleite. Das zwingt die Kommunen an allen Ecken und Kanten zu sparen. So sollen in den nächsten fünf Jahren allein in Duisburg 12 Schulen geschlossen werden. Darüber hinaus sollen alle Ausbildungsplätze im Öffentlichen Dienst gestrichen und bestehende Auszubildene nicht übernommen werden. In der Kleinstadt Gladbeck stehen ebenfalls 2 Schulen vor dem Aus, über weitere Schulschließungen wird diskutiert. Für die betroffenen SchülerInnen bedeutet das längere Schulwege und noch größere Klassen. Durch weniger Einstellung von LehrerInnen sind sie in NRW ohnehin schon groß genug. In jeder zehnten Klasse sitzen mehr als 30 SchülerInnen, viele andere bewegen sich an der Grenze dazu. Das verhindert effektives Lernen.

Wir fordern:

Erhalt aller Schulen!
Mehr LehrerInnen: Klassengrößen von max. 20 SchülerInnen!

Bildung ist eine kostspielige Angelegenheit. Die Eigenbeiträge für Schulmaterial, Lehrbücher, Lektüren, Mittagessen und Klassenfahrten steigen immer weiter an und machen die Schule für viele Eltern zu einer finanziellen Herausforderung. Ein weiteres Mittel Bildungskosten zu Lasten der Lernenden einzusparen sind die vor einigen Jahren eingeführten Studiengebühren. Bildung und Uni nur noch für Reiche? Nicht mit Uns! Bildung ist ein Menschenrecht und darf nicht vom Wohlstand der Eltern abhängig gemacht werden. BaföG und Studienkredite sind keine Lösung, sondern verschieben die Kosten nur auf die Zeit nach dem Studium.

Kostenlose Bildung für Alle!
Studiengebühren abschaffen!

Über 1 Mio. Jugendliche sind auf Hartz IV angewiesen, Hunderttausende haben keinen Ausbildungsplatz und jedes Jahr kommen neue hinzu. Viele landen in der Falle der unbezahlten Praktika. Durch die Wirtschaftskrise wird die Konkurrenz um Ausbildungsplätze sich weiter verschärfen. Diejenigen mit Ausbildungsplatz müssen um ihre Zukunft bangen. Zwei Drittel aller Auszubildenen wissen noch nicht ob sie übernommen werden. Wer nichts kriegt, wird anschließend vom Job-Center gezwungen, Niedriglohn-Jobs, Zeit- oder Leiharbeit anzunehmen. Sie sind bei Entlassungen dann die ersten, die ihren Job verlieren.

Ausbildungsplätze für alle!
Übernahme aller Auszubildenen im erlernten Beruf!

Wir kämpfen auch für:
Die Abschaffung des Bachlor-/Mastersytem und des Turbo-Abitur: Demokratische Neugestaltung der Bildungsdauer, Prüfungs- und Studienordnungen!
Den Ausbau von Studienplätzen!
Eine Schule für alle! Weg mit dem mehrgliedrigen Schulsystem!

Wir zahlen nicht für eure Krise! Zwingen wir die Profiteure zur Kasse! Am 20.03.2010 in Essen.

Essener-SchülerInnenbündnis
Krisendemo NRW

9 Kommentare zu „Aufruf zum Bildungsstreikblock“

  1. AG Schüler sagt:

    Am 5. März findet um 14 Uhr eine Demo in Regensburg statt!

    Start ist am Domplatz, geht durch die Stadt bis zur Uni, dort Abschlusskundgebung und anschliesendem Bildungsgipfel an der Uni

    Es ist hauptsächlich eine Schülerdemo aber Studenten sind auch gerne gesehen

    Organisiert wird das ganze von der AG Schüler, eine Gruppe von Schülern aus Regensburg in Zusammenarbeit mit den Studenten des besetzten Hörsaals H2 in Regensburg

    Weitere Infos, sowie Flyer findet ihr auf:

    http://www.regensburg-schueler.tk

    Mobilisierungsvideo:

    http://www.youtube.com/watch?v=liL2OXxJtB0

    Es sind dazu auch Schüler und Studenten aus anderen Stätden eingeladen. Für weitere Fragen einfach bei uns melden

  2. Unsere HU » Aufruf zum Bildungsstreikblock in NRW sagt:

    [...] Quelle: https://bildungsstreik.net/aufruf-zum-bildungsstreikblock/ [...]

  3. Bene sagt:

    Duisburg kann sicherlich als Negativbeispiel gesehen werden wenn man nur auf die Schulen achtet. Dennoch sind die Informationen soweit ich es mitbekommen habe nicht korrekt. Es handelt sich nicht um 12 Schulen sondern um bis zu 20 Schulen die geschlossen werden sollen. Dazu muss man auch sagen, dass die Bevölkerung in Duisburg kleiner wird. Nicht so stark, dass es in irgendeiner Weise diese Schließung nötig macht, ich kenne aber auch als Duisburger nicht die Situation an den einzelnen Schulen…

    Was man aber auf jedenfall dazu sagen muss ist: Die Schulen sind nicht das Einzige was eingespart wird. Duisburg ist völlig überschuldet und das schon seit Jahren. Das liegt also nicht “nur” an der Wirtschaftskrise, wobei diese das Ganze nur verschlimmert hat. Dazu noch völlig sinnfreie Zahlen an den Ausbau Ost der die Stadt seit 1992 500 mio Euro gekostet hat (lt. Medienberichten).

    Gespart werden soll und wird wohl in Duisburg wo es nur möglich ist. Unter anderem auch an den Aufwandsentschädigungen für Ratsmitglieder und der Bezirksvertretung. Es gibt insgesamt 400 Bereiche in denen eingespart werden soll:
    http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/Die-Traenenliste-im-Detail-id2440542.html

  4. rene sagt:

    Zur Info, soeben gefunden:
    Pressemitteilung der Vorbereitungsgruppe der Krisendemo NRW am 20.03. in Essen vom 24.02.2010:

    “Die Käuflichkeit der Landesregierung.
    Die Vorbereitungsgruppe für die Demonstration „Wir zahlen nicht für Eure Krise! Zwingen wir die Profiteure zur Kasse!“ (20. März Essen) hat dazu einige Fragen….”

    ausführlich:
    http://krisendemonrw.wordpress.com/presse/

    Bitte unterstützen und verbreiten:
    Krisendemo NRW am 20.03. in Essen
    http://krisendemonrw.wordpress.com/

  5. rene sagt:

    wuppertal stirbt – video

    http://www.youtube.com/watch?v=RruHcSL8zAs

  6. Andreas Zech sagt:

    schön dass es Blogsysteme wie WordPress gibt und Google. Diese Aktion sucht und braucht Unterstützer.

    Wir von attac Frechen haben schnell gehandelt und mit der folgenden Webseite

    http://www.Move-Your-Money.org

    diese registriert und zeigt derzeit auf unseren Artikel dieser Regionalgruppe Frechen im Rhein-Erft-Kreis an der Stadtgrenze zu Köln.

    Wir suchen Unterstützer in jeder Form, sei es dankenswerter Weise einem Kommentar oder mit tatkräftiger Unterstützung im Web, Flyer, Logo-Entwicklung etc. und natürlich im Weitersagen und Schreiben von Blogs.

    Wäre toll hier aus dem Netz Hilfe zu erhalten, um endlich das Kasino zu schließen.

    Wir sind die Tröpchen, die zum reißenden Fluß werden und ganze Felsen zum Einsturz bringen! Mach mit !

    Wir können mehr erreichen, als wir es von unseren Politikern immer wünschen und dies nur in Form von wählen oder Nichtwählen.

    Gruss
    Andreas Zech

    attac Frechen
    http://www.attac-frechen.de

  7. Bildungsstreik Tübingen sagt:

    Der Tübinger Bildungsstreik unterstützt diesen Aufruf.

  8. rene sagt:

    Attac unterstützt Krisenproteste in
    Nordrhein-Westfalen

    http://www.premiumpresse.de/attac-unterstuetzt-krisenproteste-in-nordrhein-westfalen-PR723397.html

  9. Cornelia Dahmen sagt:

    Ich habe den Aufruf ebenfalls unterstützt und war dabei. Vielleicht sollten wir öfters streiken, um der Bildung mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

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