Deutsches Studentenwerk äußert Verständnis für Bildungsstreik

DSW-Präsident Rolf Dobischat: “Die Studierenden haben allen Grund, auf
die Straße zu gehen”

  • Unterfinanzierte Hochschulen und Studentenwerke, soziale Selektion,
    Studiengebühren, schlechte Studienbedingungen

Berlin, 8. Juni 2009. Das Deutsche Studentenwerk (DSW), das für die
sozialen Interessen der zwei Millionen Studierenden in Deutschland
eintritt, äußert Verständnis für den in der kommenden Woche geplanten
bundesweiten “Bildungsstreik”. “Ich kann alle Studierenden gut verstehen,
die ihren Protest und ihren Unmut auf phantasievolle und friedliche Weise
auf die Straße tragen”, erklärt DSW-Präsident Prof. Dr. Rolf Dobischat.

“Unterfinanzierte Hochschulen und Studentenwerke; Studiengebühren, aber
viel zu wenige Stipendien; eines der sozial selektivsten Hochschulsysteme
weltweit, Studierende, die sich als ‘Kunden’ ihrer Hochschule und nicht
als Mitgestalter begreifen sollen; Stress und Leistungsdruck in
überfrachteten Bachelor-Studiengängen: Es gibt viele gute Gründe, um zu
protestieren”, sagt Dobischat.

Der DSW-Präsident weiter: “Zwar hat die Politik jetzt glücklicherweise
unter anderem den Hochschulpakt II für zusätzliche Studienplätze auf den
Weg gebracht. Wir brauchen aber dringend eine breite gesellschaftliche
Debatte über die Qualität der Hochschulbildung und die Studienbedingungen
an unseren Hochschulen. Ich wünsche mir, dass der Bildungsstreik die
Studierenden mobilisiert und eine solche Debatte vielleicht anstößt.”

Stefan Grob
Referatsleiter Presse/Kultur
Stellvertreter des Generalsekretärs
Deutsches Studentenwerk (DSW)
Monbijouplatz 11
10178 Berlin
Tel. 030 29 77 27 20
Mobil 0163 29 77 272
Mailto:[email protected]

2 Kommentare zu „Deutsches Studentenwerk äußert Verständnis für Bildungsstreik“

  1. Bene sagt:

    “aber viel zu wenige Stipendien”
    Wie wäre es mal mit Bewerben für Stipendien? Ich hab die Erfahrung gemacht das kaum ein Mensch sich wirklich damit auseinandersetzt, die Voraussetzungen der Stiftungen prüft und dann sich auch um ein Stipendium bemüht. Das sollte eigentlich auch eine Aufgabe eines jeden AStA sein sich darum zu kümmern die Studenten über so was zu informieren, informationsmaterial zu beschaffen und auch zu informieren.

    Vorteil:
    Das Material ist bei den Stiftungen kostenlos. Man kann da auch wunderbar mit der Uni zusammenarbeiten und in der ersten Woche des Semesters im Audimax die verschiedenen Möglichkeiten präsentieren ein Studium zu informieren.
    So kann einer vom BAfögamt über BAfög informieren, einer vom AStA über vielleicht existierende Jobbörsen und über Stiftungen (wenns da nicht auch Ansprechpartner gibt).

    Antworten
  2. Roxana sagt:

    Ich finde es erst einmal super, dass sich das DSW dazu äußert! Der Bildungsstreik ist auf eine breite Masse angewiesen, die sich damit auseinander setzen möchte.

    @ Bene Jede Hochschule ist anders organisiert. Ich denke aber, dass es an beinah jeder Einrichtung eine Stelle gibt, die über Stipendien (abgesehen mal vom BAföG) informieren. Vielleicht ist das Problem eher kommunikativer Art. An meiner FH (Potsdam) gibt es sowohl ein Career-Service als auch ein “Auslandsamt” , wo über Stipendien für den Auslandsaufenthalte informiert wird. Ich kenne auch genug Leute, die sich für die Finanzierung eines Praktikums im Ausland dafür bewerben.

    Antworten

Kommentieren