Kultusminister*innen nachsitzen!

Am 10.12.2009 wollen wir die Kultusminister*innen besuchen, die sich in Bonn treffen.

Alle Infos: http://www.kmk-nachsitzen.de/

Aufruf

Kultusminister nachsitzen!

Ein breites, gesellschaftliches Bündnis ruft auf zum Protest
gegen die Kultusministerkonferenz am 10. 12 2009 in Bonn


Wer sind wir?

Wir sind SchülerInnen, Azubis und Studierende vom Bildungsstreik, Erwerbslose aus den Erwerbsloseninitiativen und Arbeiter und Angestellte aus den Gewerkschaften.
Im Jahr 2009 gab es viele große Proteste gegen die Politik von Bundesregierung, Landesregierungen und Großkonzernen: Gegen die Abwälzung der Wirtschaftskrise auf die Schultern der arbeitenden Menschen, Erwerbslosen, SchülerInnen, Azubis, Studierenden und Rentner demonstrierten in Frankfurt und Berlin am 28.3. mehr als 55.000 Menschen unter dem Motto „Wir zahlen nicht für eure Krise!“. Am 16. Mai forderten mehr als 100.000 Menschen in Berlin auf einer großen, vom DGB organisierten Demo, „Profiteure zur Kasse!“. Und am 17. Juni demonstrierten SchülerInnen, Azubis, Studierende und erwerbslose Jugendliche für ein anderes, besseres Bildungssystem ohne überfüllte Klassen, ohne Ausbildungsplatzmangel ohne Studiengebühren und gegen die explodierende Jugendarbeitslosigkeit. Mehr als 270.000 Jugendliche haben an diesem Tag ein klares Signal an Politik und Wirtschaft gegeben: Dass sie die Schnauze gestrichen voll haben.
Erster Erfolg der Proteste: Die Einführung der Studiengebühren hat nicht nur gestoppt, sondern der Wind hat sich gedreht. Und zwar sind in Hessen, in Schleswig-Holstein und im Saarland Studiengebühren wieder abgeschafft worden. Die Bildungsstreik-Bewegung hat nun auf ihrem bundesweiten Treffen in Münster zu Protesten und der Blockade der Kultusministerkonferenz („KMK“) aufgerufen. Und die größten Organisationen der Arbeiter, Angestellten und Erwerbslosen Deutschlands, der DGB Köln/Bonn, attac Bonn und das Erwerbslosen Forum Deutschland, sind mit dabei gegen die „KMK“.
Gemeinsam sind wir stark!


Wer sind die „Kultusminister“…?

Die „Kultusminister“, das sind genau die MinisterInnen, die in ihren jeweiligen Bundesländern die Situation des Bildungssystems zu verantworten haben. Sie haben die Möglichkeit zu Veränderungen und wir wollen, dass sie die auch nutzen! Die „Kultusministerkonferenz“ ist ein Zusammenschluss der KultusministerInnen aller 16 Bundesländer, welche für Bildung und Erziehung, Hochschulen und Forschung sowie weitere kulturelle Angelegenheiten zuständig sind. Also für die Bereiche, die uns SchülerInnen, Studierende, arbeitslose Jugendliche und Azubis direkt betreffen. Mehrmals im Jahr treffen sich die KultusministerInnen zur KMK. Und wenn sie über diese Themen beraten, werden unsere Forderungen und Interessen nicht beachtet.

…und was machen sie?
Was tatsächlich herauskommt bei der Politik der KultusministerInnen, das sind weitere Verschlechterungen im Bildungssystem, wie in den letzten Jahren z.B. der Abbau von demokratischer Mitbestimmung in Schule und Hochschule, die Einführung der Studiengebühren, der Lern-Terror durch zentrale Prüfungen, durch das Bachelor/Master-System und durch das Turbo-Abitur („G8“). Dazu kommt das verstärkte charakterliche und soziale Aussortieren und die Unterdrückung kritischer Meinungen durch die „Kopfnoten“.
In der Schule fehlt es an allem: Zu wenige LehrerInnen und überfüllte Klassen machen das Lernen (für beide Seiten!) unerträglich, die Gebäude bröckeln und viele SchülerInnen können sich das Schulmittagessen (falls es das überhaupt gibt) nicht leisten – genauso wie Klassenfahrten und Lehrbücher, Hefte, Stifte usw.

Während der Druck in Schule und Ausbildung immer größer wird, wächst die Jugendarbeitslosigkeit, wächst der Ausbildungsplatzmangel und werden die Löhne kräftig gesenkt, werden die Arbeitsbedingungen immer unsicherer und schlechter („Prekarisierung“). Millionen Jugendliche sind zu kostenlosen „Praktika“ anstelle bezahlter Arbeit gezwungen. Nach der sehr „kulturellen“ Dröhnung der 60-Stunden-Woche in Schule und Ausbildung bleibt dann weder Geld noch Zeit für anderweitige „kulturelle“ Aktivitäten. Und im „Hartz-IV“-Regelsatz sind pro Kind ganze 0,00€ für Bildung und Kultur vorgesehen – aber immerhin 2€ täglich für eine gesunde, ausgewogene Ernährung. Ein (billiges!) Schulmittagessen kostet 2,50€. Die Krönung hat das Bundessozialgericht am 29.10.09 beschlossen: Schülerfahrkarten müssen aus dem Hartz-IV-Regelsatz gekauft werden. Damit ist SchülerInnen z.B. das tägliche Frühstück entzogen.

Vor der Kamera werden uns die KultusministerInnen vielleicht wieder einmal erzählen, wie toll sie es finden, dass sich Jugendliche z.B. beim Bildungsstreik „engagieren“, und dass sie unsere „Vorschläge“ auf jeden Fall „berücksichtigen“ werden. Damit aber unsere Interessen von den PolitikerInnen großzügigerweise „berücksichtigt“ werden, müssen wir gemeinsam dafür kämpfen – und können uns nicht auf ihre Versprechungen verlassen!

Wofür Protest und ‚Nachsitzen‘?
Der Protest gegen die 16 KultusministerInnen ist oft über das ganze Land verstreut. Jetzt kommen sie alle in Bonn zusammen – und es wird eine Demonstration und eine Blockade geben! Um bei der Bildung und Erziehung der KultusministerInnen etwas nachzuhelfen, helfen vielleicht ein paar Stunden ‚Nachsitzen‘ bei ihrer Konferenz– z.B. durch eine Blockade! Unterstützt uns dabei, die MinisterInnen ‚nachsitzen‘ zu lassen!

Nachsitzen! – Unsere Forderungen an die KMK:

Gegen die katastrophalen Lehr- und Lernbedingungen – für selbstbestimmtes Leben und Lernen

  • Weg mit dem Schulstress durch Schulzeitverkürzung, zentralen Prüfungen, starren Lehrplänen, Kopfnoten und zu großen Klassen!
  • Weg mit dem Leistungsdruck u.a. in Form des Bachelor-Master-Systems!
  • Eine Schule für alle – statt Aussortieren in Haupt-, Real-, Gesamt- und Sonderschüler!
  • Fachlich und pädagogisch gut ausgebildete ErzieherInnen, LehrerInnen, SozialpädagogInnen und DozentInnen! Und davon viel mehr!
  • Freier Zugang zu allen Bildungs- und Kultureinrichtungen und Abschaffung sämtlicher Bildungsgebühren

  • Abschaffung von Studiengebühren, Ausbildungsgebühren und Kitagebühren!
  • Ausbildung mit anschließender Übernahme für alle im erlernten Beruf!
  • elternunabhängiges BAFöG ,ohne Zurückzahlen für jede_n!
  • Weg mit jeglicher Begrenzung des Hochschulzugangs durch Abitur, „NC“ usw.!
  • Kostenlose Fahrt im öffentlichen Personennahverkehr für alle!
  • Kostenlose Einzelbetreuung (Nachhilfe), Verpflegung, Materialien und Klassenfahrten!
  • Öffentliche Finanzierung des Bildungssystems – ohne Einfluss der Wirtschaft

  • Mehr Gehalt für ErzieherInnen, LehrerInnen, SozialpädagogInnen und DozentInnen!
  • Weg mit dem Einfluss von Wirtschaft, Militär und Polizei auf die Bildung!
  • Demokratisierung durch Stärkung der Mit- und Selbstverwaltung in allen Bildungseinrichtungen

  • Verfasste Studierendenschaften mit Finanzhoheit und politischem Mandat in allen Bundesländern! Auch für die SVen!
  • Weg mit Hochschulrat und Stiftungsrat als höchste Entscheidungsebene an Hochschulen!
  • Drittelparität in den Schulkonferenzen und an den Hochschulen!
  • Abschaffung der Leih- und Zeitarbeit sowie prekärer Arbeitsverhältnisse – Wir sind nicht eure „Generation Praktikum“!

    Weg mit Hartz IV! Her mit 500€ Grundsicherung, 30-Stundenwoche und 10€ Mindestlohn – Sonst kann man von Bildung und Kultur nur träumen!

21 Kommentare zu „Kultusminister*innen nachsitzen!“

  1. Merlin Plütschow sagt:

    Ich unterstütze grundsätzlich die meisten Forderungen der Streikes und setze mich, soweit es meine momentane Situation zulässt, an meiner Hochschule in Köln für eine Veränderung im Bildungssystem ein!
    Ich muss jedoch sagen, dass ich die Grundidee des “KMK Nachsitzen” nicht sehr überzeugend finde! Wird nicht gerade in der Kultesministerkonferenz über mögliche Veränderungen diskutiert? Sollte den einzelnen Vertretern der Länder nicht die Möglichkeit gegeben werden ihre Meinung kund zu tun und Lösungsvorschläge zu finden? Natürlich muss dann, sollte es zu keiner Veränderung kommen, unsere Empörung und unser Protest ganz deutlich hervorgebracht werden; ich halte eine Blockade der KMK jedoch für möglicherweise nicht den richtigen Weg hin zur konstruktiven Veränderung! Eine Demonstration während der KMK halte ich für zwingend erforderlich (unser Protest muss natürlich Ausdruck verliehen werden) jedoch für die bessere Form der Kritik an den Landesregierung/der Landesregierung!
    Ferner halte ich den zuletzt genannten Punkt, den der 30-Stundenwoche, für falsch!
    Ich glaube nicht, dass eine 30-Stundenwoche in unserer Berufswelt realisierbar ist und halte sie auch (grundsätzlich)nicht für nötig! Wünschenswert wäre diese natürlich, aber ich glaube, dass bei unseren momentanen Staatsschulden, eine solche Forderung unrealistisch populistisch ist!
    Ansonsten kann ich nur sagen: Macht weiter so!!!
    Wir können etwas verändern! Nein! Wir müssen etwas verändern!
    Denn in den momentanen Bildungsverhältnissen wünsche ich weder euren noch meinen Kindern aufzuwachsen!

  2. Bene sagt:

    “Weg mit Hartz IV! Her mit 500€ Grundsicherung, 30-Stundenwoche und 10€ Mindestlohn – Sonst kann man von Bildung und Kultur nur träumen!”

    Nur mal so weil ich neugierig bin:
    Welchen Einfluss hat die KMK auf Hartz IV, Grundeinkommen, 30 Stundenwoche und 10 Euro Mindestlohn?

    Wie wäre es noch mit Krankheiten ausrotten, Afrika in einen Grünen Kontinent verwandeln und der Besiedlung von Mars, Mond und Sonne?

    __________

    Benedikt Körner (AStA Uni Duisburg-Essen, Referat für Sozialpolitik, RCDS)

  3. Heißer Herbst – Uni Besetzungen 2009 « sagt:

    [...] Vollstädniger Aufruf: https://bildungsstreik.net [...]

  4. Anne sagt:

    Die Forderungen nach kostenloser Bildung sind zwar gut und schön, aber hier in Thüringen hat am 17. Juni die alles übertönende Lautsprecherforderung nach Abschaffung des Verwaltungskostenbeitrags an der Uni Erfurt nur bewirkt, dass der Universität nun die ohnehin schon knappen Mittel weiter verkürzt wurden.
    Ein Schuss in den Ofen, denn nun müssen trotz steigender Studentenzahlen Professuren gestrichen werden, was in ziemlich absehbarer Zeit zum Fächersterben führen wird. Denn wer wählt schon einen Studiengang mit nur einem Professor, einer Dozentin und einem Lektor? Ganz zu schweigen davon, dass die Akkreditierung eines solchen Studiengangs aussichtslos ist.

    Also, an alle die künftige Lautsprecher-Sprüche sich ausdenken: Schreit nicht nur über die Plätze, was ihr alles bezahlt wissen wollt, sondern schreit auch gleich noch mit, woher das ganze Geld dafür kommen soll! Denn Gebühren streichen kann man schnell, nur sie dann zu kompensieren – das ist dann Sache der einzelnen Unis – Debrouillez-vous tout seul würde der Franzose dann sagen.

    Ach noch was: Könntet ihr die Forderung “Mehr Transparenz in Entscheidungsprozessen” bitte mit aufnehmen? Ich finde das sehr wichtig gerade auch im Zusammenhang mit dem schwachen Interesse an der demokratischen Mitbestimmung – Wer nie erfährt, was von den Entscheidungsträgern diskutiert wird, welche Lösungen in Erwägung gezogen werden usw., wer immer nur die Ergebnisse vor den Kopf geknallt bekommt und aller Jubeljahre mal die Wahl hat, der wird sich nicht mehr dessen bewusst sein, was er mit seiner Stimme beeinflussen kann.

    Außerdem würde das gerade im Bildungssektor die Entscheidungsträger dazu zwingen, ihre Argumente besser zu begründen. Und nötigenfalls könnte man falsche Prämissen korrigieren. Wäre echt schön, wenn aus der Blockade ein Dialog werden könnte.
    Oder passt das nicht ins Konzept?

    Antworten
  5. Ray sagt:

    heeeey
    Ich unterstütze euch in vielen Forderungen, aber findet ihr nicht, dass die meisten nicht realisierbar sind?
    Sollte man sich nicht eher um die wichtigsten Themen konzentrieren, als die Politiker, mit soviele Forderungen zu bombardieren?

  6. fritz sagt:

    was ist mit mehrgliedriges schulsystem abschaffen? ganz dringend!!!!

    Antworten
  7. trueten.de - Willkommen in unserem Blog! sagt:

    Baden – Württemberg: Fortschreitende Militarisierung des Schulunterichts im Zeichen der Krise…

    Nach einer Mitteilung des baden – württembergischen Ministeriums für “Kultus, Jugend und Sport” vom 4. Dezember 2009 will das Land die Zusammenarbeit zwischen Schulen und der Bundeswehr vertiefen.

    Dabei soll sich an SchülerInnen ab der 9. Klasse …

  8. Bildungsstreik der Studierenden – sinnvoll oder absolut unangebracht? | Radio NSR2 – Die Alternative sagt:

    [...] große, geplante Aktion findet übrigens bereits am 10.12.2009 unter dem Motto “Kultusminister nachsitzen!” in Bonn [...]

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  9. Noel sagt:

    Liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter,

    ich verstehe die ewig gestrigen nicht, die immer keine Alternative sehen und schlagkräftige Argumente mit der Meinung, dass dafür kein Geld da sei ablehnen.

    Was sind denn realistische Ziele?
    Bei einer Arbetislosigkeit von fast 10 Prozent sind ist die 30 Studenwoche in Deutschland kein Problem, denn dann würden wir vielleicht auch mal Vollbeschäftigung erreichen.

    Wenn die Unis Professoren entlassen, dann sind nicht die Studierenden, die kostenfreie Bildung einfordern schuld, sondern die Landesregierungen, die zu wenig Geld für Bildung ausgeben.

    Außerdem ist es ganz wichtig zu verdeutlichen, dass wir keineswegs in Bonn wollen, dass die Kultusminister nicht zum Tagungsort gelangen. Das breite gesellschaftliche Bündnis verbindet mit der Forderung nach dem Nachsitzen gerade, dass sich die Kultusminister länger treffen und so lange diskutieren, bis sie eine vernünftige Lösung für die Probleme in unserer Gesellschaft gefunden haben.
    Vernünftig wäre es, wenn sie all unseren auf dem Bündnistreffen beschlossenen Forderungen nachkommen.

    Kämpferische Grüße,
    Noel

  10. campus:grün | grüne hochschulgruppe uni köln » Kultusminister_innen Nachsitzen! sagt:

    [...] Den offiziellen Aufruf findet ihr auf der Seite des Bildungsstreiks. [...]

  11. Abendrealschülerin sagt:

    Hallo,
    ich würde gerne am 10.12.2009 in Bonn dabei sein, nur es tun sich fragen auf: 1. Wo genau ist der Treffpunkt??? 2. Um Wieviel uhr fängt das an???

  12. Jona R sagt:

    “Weg mit Hartz IV! Her mit 500€ Grundsicherung, 30-Stundenwoche und 10€ Mindestlohn – Sonst kann man von Bildung und Kultur nur träumen!”

    also jetzt mal ehrlich, ich gehe morgen zur Demo, aber für den oben genannten Unsinn werde ich ganz bestimmt nicht eintreten, für bessere Studienbedingungen an den Hochschulen allerdings nur zu gerne. Was hat das übrigens mit der KMK zu tun? vielleicht sollten wir auch noch fordern das die Bundeswehr aus Afgahnistan raus muss wenn wir gerade dabei sind? also echt leute ;-)

    Gruß aus Köln

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  13. Kultusminister_innen sollen nachsitzen: Bildungsstreiker_innen lassen sich nicht abspeisen – Sichtweise auf Probleme muss sich grundlegend ändern « Unabhängiges Fachschaften-Forum sagt:

    [...] Damit das passiert wollen Studierende und Schüler_innen die Kultusminister_innen, welche sich am ko… [...]

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  14. Teo-Net » Blog Archiv » Artikel und Hintergründe zum Bildungsstreik (5) sagt:

    [...] Kultusminister nachsitzen! (Bildungsstreik.net) “Der Protest gegen die 16 KultusministerInnen ist oft über das ganze Land verstreut. Jetzt kommen sie alle in Bonn zusammen – und es wird eine Demonstration und eine Blockade geben! Um bei der Bildung und Erziehung der KultusministerInnen etwas nachzuhelfen, helfen vielleicht ein paar Stunden ‚Nachsitzen‘ bei ihrer Konferenz– z.B. durch eine Blockade! Unterstützt uns dabei, die MinisterInnen ‚nachsitzen‘ zu lassen!” [...]

  15. Dieter sagt:

    Ich bin selbst Student – unterstütze durchaus die Forderung nach weniger und dafür angemessenen Prüfungen, ich unterstütze die Forderung nach besserer Betreuung und besseren Veranstaltungen, doch dass ist immer nur im konkreten Fall zu sehen, zu beanstanden und ggf. zu verändern! Die Verantwortungsträger sind zuerst Professoren/ Fachbereiche/ Rektorate, an jeder konkreten Uni selbst, die auf Qualität und wahre Auslastung der Lehrverpflichtungen achten sollten/ müssen und auch könnten- es in der Masse jedoch nicht (ausreichend tun!) Qualität bedeutet z.B. eben nicht, dass ein Prof. jahrelang und dann immer mehrfach das selbe an Inhalten anbietet/ liest, (er damit vorrangig nur die (Prof)-eigenen Pflicht-Sem-Wochenstunden “voll” kriegen will -im Rahmen seiner eigenen Interessen), sondern die Studierenden zu befragen, sie zu beteiligen, damit den Sinn von seinen Angeboten auf den Prüfstand stellt- stellen lässt und nicht über die Köpfe hinweg theoretisiert oder abgehoben von Praxis redet – sich präsentiert! Die Frage nach dem Sinn und dem späteren Nutzen vieler (Pflicht-) Angebote läßst sich sowieso nicht ergründen – wäre aber Aufgabe auch der Profs und vor allem der Führungsebenen Fachbereich bis Rektorate sinnvoll und zwingend! Die Frage “für Studenten da zu sein” würde vieles an nötigen Veränderungen aufdecken, wenn diese ehrlich begonnen würde zu erörtern – gemeinsam – damit ist aber erneut nicht zu rechnen!
    Im Kleinen kommt mir gerade die Frage des “sich untereinander Absprechens” – im Sinne von uns und für uns Studenten in den Sinn – das scheint für Profs … eine weitere zu große Hürde zu sein! Generell und ehrlich interessiert an “IHREN” Studenten sind nur ganz wenige Pofs, die dann aber auch wissen, wohing es gehen soll und wie es gehen kann! Die Frage nach der Zielrichtung und was Uniangebote mit der späteren Praxis zu haben, stellen sich nicht all zu viele Profs – ich denke, sie kennen oft selbst nich die entsprechenden Modul HB / Prüfungsordnungen …, sonst würden sie selbst die unsinnige Fülle von Inhalten und Prüfungen bemerken (können, wenn sie wollten!)
    Also, müssen wir die Qualität von Profs – deren Lehre als Studenten mehr und konkret als Forderung aufnehmen – das würde viele Probleme mit lösen!!! (Steht leider nicht an erster Stelle unserer Forderungen!!!- würde andererseits auch durchaus auf uns selbst Auswirkungen haben!
    Mit dem Blick auf unsere Seite allerdings auch bei uns sind durchaus nicht wenige Reserven vorhanden! Feiern ist immer klasse- doch studieren ist, wie spielen bei Kleinkindern, wie das späterer Arbeiten, m.E. ein Vollzeitjob – dass haben bei Weitem noch nicht alle Kommilitonen verinnerlicht und der Humboldt muss jetzt herhalten! (der leider auch von Profs in Anspruch genommen wird, um eben nicht ihren gewohnten Trott und ihre Freiheiten, im Interesse von uns Studenten, verändern zu müssen – ein blödes “Todschlag-” Argument!)
    Wenn ich an die Qualität der studentischen Organisation denke, hier sind m.E. ebenfalls Reserven, denn nicht immer sind die am lautesten schreienden Kommilitonen auch die besten im Sinne von Miteinander und Zukunftsorientierung – die Machtfrage war und bleibt klar!!
    Und zuletzt – auch wenn Studiengebühren erst mal aufgebracht werden müssen – ich finde, für ein Semester (eben mehr als nur 14-18 Semesterwochen, sondern ca. 180 Tage!!!) einen täglichen Eigenanteil von ca. 2,80€ (im Vergleich zu einem Bier, einer Schachtel Zigaretten, einem Drink…) absolut in Ordnung! Jeder hat es damit für ein halbes Jahr warm, hat freien Zugang zu Literatur, hat (wenn auch nicht immer gewünschte gute) Profs hat freien Zugang zum Internet … – was kann man dagegen sagen?! NICHTS!!!
    Zuletzt find ich, dass wir (unsere Verantwortlichen vorrangig) sich vor einen “Karren” spannen (lassen), der für unsere ureigensten Interessen nicht unbedingt zuträglich ist, denn es ist der Karren der ALLGEMEIN Unzufrieden – doch es sollte durchaus mehr, mal “über den Tellerrand” gesehen werden! Veränderungen gehen in jedem FAll nur (besser) mit und nicht gegeneinander und Zurücksehen und Schuldzuweisungen sind nicht ergebnisfördernd!

    Dieter

    • Sandra sagt:

      Sehr geehrter Dieter,

      ich finde es gut, wenn viele sich in den Dialog einbringen.
      Allerdings möchte ich Sie gerne auf den u.a. Sozialpakt der EU hinweisen dürfen, nachdem Bildung unentgeltlich anzubieten und die Tatsache, dass wir in einer Solidargemeinschaft leben, nachdem alle (unabhängig von dem familiären Einkommen und ihrer Herkunft) ein Recht und eine Pflicht zu einem freien, gleichen und kostenlosen Zugang zu Bildung haben müssen. Dieses Recht und diese Pflicht gilt es nun zwingend einzuklagen und darauf zu bestehen.
      Kurz : Abschaffung aller Studiengebühren und Kostenordnungen innerhalb (hoch-)schulischer Bildung.
      Es ist sicherlich richtig, induktiv und deduktiv vorzugehen, d.h. Einzelfallbetrachtung mit der Folge, dass Studierende, VerwaltungsbeamtInnen, Lehrende etc. durchaus ein Disziplinarverfahren erwarten dürfen und andere, die Ihren Job korrekt machen, bleiben dürfen.
      Auch gilt es den Schutz geistigen Eigentums, wie es das Gesetz Deutschlands vorschreibt, wieder verstärkter und zwingend verbindlich zu fordern. M.a.W. Diebstähle von Manuskripten, Entwürfen etc. integerer ProfessorInnen und seriöser Studierender sind rechtswidrig und dürfen sich damit verbeten werden.

      Grüsse aus Saarbrücken

  16. maurice sagt:

    endlich einen bachelor of architecture mit 8 semester regelstudienzeit, damit man auch architekt werden kann. was nutzt ein architekturstudium, wenn man kein architekt werden kann!

  17. Jena vom Freitag: Zwischen Kultursministerkonferenz in Bonn und Podiumsdiskussion in Jena sagt:

    [...] Aufruf zur Demonstration in Bonn zur Kultusministerkonferenz [...]

    Antworten
  18. Sandra sagt:

    Sehr geehrtes Forum,

    es ist richtig, die Überheblichkeit ist einem “kleinlauter” der politischen AkteurInnen gewichen. Doch sind die politischen A.`s nur eine Gruppe…
    Allerdings sind z.B. die Studiengebühren z.B. im Saarland nicht gänzlich abgeschafft, d.h. eine verbindliche, verlässliche Regelung ist bis dato (Ende Dezember 2009) weder für das Erst -, noch das Zweitstudium und
    die CP – Megastußideenkostengebührenordnung getroffen.
    Die Studierenden und deren Angehörigen werden nach wie vor hingehalten und im vagen, um nicht zu sagen im dunkeln, gelassen. Klingt dann, wie folgt: “wahrscheinlich müssen sie nicht zahlen, eventuell doch.” Mit dieser Regelung können wir uns deutschland – und europaweit nicht zufrieden geben. Deshalb muss die Forderung weiterhin nachdrücklich eingeklagt werden : “Abschaffung aller Studiengebühren und Gebührenordnungen innerhalb der (hoch -)schulischen Ausbildung.”

    Viele Grüsse aus Saarbrücken.

  19. raumschiff Erde sagt:

    http://www.youtube.com/watch?v=cxXLsMj2cjs

    Das Lied— ich danke euch!

    Aus Estland mit grüsse.

    Antworten

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