Antirepression

AK Antirepressionsarbeit im Bildungsstreik

Der AK Antirepressionsarbeit entstand als notwendige Konsequenz aus bestehenden und anstehenden Repressionen im Bildungsstreik. Der AK ist bundesweit aktiv und dient in erster Linie der Unterstützung und dem Aufbau lokaler Antirepressionsstrukturen.

Warum Antirepressionsarbeit im Bildungsstreik?

Während des Bildungsstreiks (15.-19.06.2009) wird es bundesweit zu den unterschiedlichsten repressiven Maßnahmen durch Behörden (Ordnungsämter etc.), Polizei und (Hoch-)Schulleitungen kommen. Diese können vom Einsperren ganzer Schulklassen über restriktive Demoauflagen bis hin zu willkürlichen Festnahmen reichen. Dem können wir nur dann erfolgreich begegnen, wenn wir über unsere Rechte Bescheid wissen und Betroffene solidarisch unterstützen.

Die drohenden Repressionsmaßnahmen wurden bereits im Vorfeld der Streikwoche in Berlin sehr deutlich (Feb. 2009: Fahndungsplakate an Schulen zum Schulstreik 2008 // Mai 2009: Stürmung einer Pressekonferenz [s. 18.05.]); aber auch ein konservativer Schülerverband forderte ein „hartes Einschreiten der Polizei“ (Indymedia-Artikel).

Die feindselige Haltung konservativer Gruppen sowie der bürgerlichen Presse gegenüber den emanzipatorischen Zielen des Bildungsstreiks sollte uns bewusst sein!

In der aktuellen Krisensituation des Kapitalismus und angesichts der Verschärfung von Widersprüchen innerhalb der Gesellschaft, reagiert der Staat empfindlich auf soziale Proteste, zu denen auch die Forderung nach „freier Bildung für Alle“ gehört.

Als Reaktion auf die Kritik bzw. das Infragestellen herrschender Verhältnisse wird Protest kriminalisiert und Willens- sowie Meinungsäußerung durch Repressionen und Sanktionen unterdrückt. Damit wir unsere Forderungen gemeinsam und kämpferisch in die Öffentlichkeit tragen können, brauchen wir den eigenen Schutz gegenüber staatlichen Behörden, Polizei, (Hoch-)Schulen und Justiz.

Warum die Zusammenarbeit mit anderen Rechtshilfestrukturen?

Da sich der AK Antirep keineswegs mit etwas völlig Neuem oder noch nie da Gewesenem beschäftigt, ist es auch selbstverständlich, dass wir mit Strukturen zusammenarbeiten, die bereits Erfahrungen gesammelt und infrastrukturelle Möglichkeiten aufgebaut haben.

Natürlich ist eine effektive Antirep-Arbeit auf die Kooperation mit Strukturen vor Ort angewiesen, wie zum Beispiel mit Bunte und Rote Hilfe-Gruppen sowie Ermittlungsausschüssen (EAs). Zusätzlich stehen wir im Austausch mit publizierenden und/oder beratenden Organisationen wie dem bündnis für politik- und meinungsfreiheit (bpm), dem Republikanischen Anwaltsverein (RAV), den Arbeitskreisen kritischer Jurist_innen (AKJ), Gewerkschaften und vielen mehr …

Wir arbeiten mit der Roten Hilfe e.V. (RH) zusammen, einer linken, strömungsübergreifenden Solidaritätsorganisation, bei der wir ein bundesweites Spendenkonto eingerichtet haben, denn Solidarität kostet Geld:

Konto: Rote Hilfe e.V. Göttingen
Konto-Nr.: 13 50 20
BLZ: 250 500 01
Bank: Sparkasse Göttingen
Verwendungszweck: Bildungsproteste (bitte bei jeder Überweisung angeben!)

Außerdem empfehlen wir Euch einen Beitritt zur RH, da diese bundesweite Solidaritätsorganisation kontinuierliche Rechtshilfearbeit ermöglicht und von Repression Betroffene finanziell, juristisch und politisch unterstützt. Dabei versteht sich die RH weder als Rechtsversicherung noch als karitative Einrichtung, sondern arbeitet politisch gegen staatliche Repression.

Hier geht’s zur Homepage des AK: http://akantirep.co.cc/

5 Kommentare zu „Antirepression“

  1. Bildungsstreik 2009: Kurzer Blick auf die Repression und die Arbeit des AK Antirepression « Rote Hilfe Greifswald sagt:

    [...] Bildungsstreikbündnisses dokumentiert und bearbeitet weiterhin die Repressionsvorfälle. Auf der bundesweiten Bildungsstreik-Seite schreibt der AK [...]

  2. Verletzungen der Menschenrechte, Bürgerrechte im Namen der Bildung « Myblog's Blog sagt:

    [...] https://bildungsstreik.net/ak-antirep/ [...]

  3. Linke gegen linke Politik | Das Gespräch sagt:

    [...] Auch wenn tatsächlich nur ein verschwindend kleiner Teil der Studenten an den Aktionen teil nimmt, lohnt die Frage, wogegen genau hier protestiert wird. Im Gespräch mit tagesschau.de äußert sich Tom Amir im Namen der Münchner Protestierer. Der Herr Amir hat vor vier Wochen sein Philosophiestudium begonnen, findet aber schon jetzt, dass die Regelstudienzeit von sechs Semestern zu kurz ist. Zudem wünscht er sich mehr Spielräume bei der Fächerwahl. Auch in Potsdam wird demonstriert: „Freie Bildung für alle vom Kindergarten bis zur Uni“ lautet die zentrale Forderung hier. Dies könne man nur durch „die Abschaffung von Selektion und dem damit verbundenen Konkurrenzdenken“ erreichen. Um das Grundsätzliche geht es auch den Organisatoren des „Bundesweiten Bildungsstreiks 2009“: Auf ihrer Netzpräsenz fordern sie die Abschaffung aller Studiengebühren und wollen damit die „soziale Öffnung“ der Universitäten ermöglichen. Trotzdem scheint man sich in der Defensive zu wähnen. Unter anderem aufgrund „willkürlicher Festnahmen“ sieht man sich gezwungen, sich mit „Antirepressionsstrategien“ zu beschäftigen. Gegen die Feindseligkeit des Staates gegenüber den „emanzipatorischen Zielen“ des Bildungsstreiks müsse man sich zur Wehr setzen. Dies geschieht unter anderem durch Zusammenarbeit mit der linksextremistischen Organisation „Rote Hilfe“, für die man auch um Spenden bittet. [...]

  4. Prozesse gegen Bildungsstreiker | Komunya sagt:

    [...] Konto: Rote Hilfe e.V. Göttingen, Konto-Nr.: 135020, BLZ: 25050001, Verwendungszweck: Bildungsproteste, Weitere Infos: https://bildungsstreik.net/ak-antirep [...]

  5. Nico B. sagt:

    Ich finde es unglaublich, zu sehen wie sich so viele Menschen am Bildungsstreik beteiligen. Das einzige was mich stört, ist dass die Polizei immer mit Gewalt versuchen muss die friedlichen Demonstrationen zu sprengen. Gewaltbereit räumen die Staatsdiener die besetzten Einrichtungen, Straßen und Plätze und richten sich gegen allen linken Protest aus. Ich denke, dass die Polizei auf unserer Seite stehen solte!
    Heute hatten wir einen-für das erste Mal ungeheuer großen Bildungsstreik in Solingen.
    Wir haben gezeigt dass es auch friedlich geht und da die Polizisten uns anscheinend unterschätzt hatten, konnten wir auch Aktionen wie z.B. eine Schule stürmen durchführen!! Also… Gebt nicht auf zu kämpfen!! Denn es ist unsere Bildung die hier in diesem Land missachtet wird und dagegen sollten wir uns wehren!! Wir sind hier! Wir sind laut!! Weil man uns die Bildung klaut!!!