How to do a Pressemitteilung

Aus Bildungsstreik 2009

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Ziele tagesaktureller Massenmedien

  • einem möglichst großen Publikum interessante Themen anbieten
  • einem möglichst großen Publikum verständlich Informationen vermitteln.
  • Lebenshilfe und Orientieurng geben, vor Gefahren warnen, über Konflikte informieren.


Ausgangssituation redaktioneller Arbeit

  • Journalist_innen arbeiten unter Zeitdruck. Ihre Recherche breschränkt sich auf das unabdingbar Notwendige.
  • Journalist_innen arbeiten häufig ohne Fachkompetenz oder spezielles Hintergrundwissen. Sie vertrauen dann auf ihre Allgemeinbildung und Lebenserfahrung.


Ausgangssituation offensiver Medienarbeit

  • Zuviel Bearbeitungsaufwand lähmt den Leistungswillen der Journalist_innen.
  • Schriftliche Medieninformationen beeinflussen Themenwahl und Darstellungsperspektive der Medien.
  • Gut aufbereitete Medieninformationen erzielen (am ehesten) die gewünschte mediale Resonanz.


Medien- (Presse-)mitteilung = Nachricht

  • Meldung: sachlich, präzise Informationen zu einem Thema in Kurzform (10-30 Zeilen).
  • Bericht: längere Nachricht mit Hintergrundinformationen
  • Beiden journalistischen Textarten ist eigen, dass sie neutral formuliert sind. Sie wollen objektiv einen Sachverhalt wiedergeben.


Inhaltliche Prüfung einer Medienmitteilung - Nachrichtenwert:

  • neu oder aktuell?
  • Wichtig für unser Publikum? „hard news“, das sind i.A. politische Entscheidungen, folgenreiche Geschehnisse
  • Interessant für unser Publikum? „soft news“, das sind i.A. besondere Aktivitäten, aber auch Kurioses


  • Lead (Einleitung) = Kern der Nachricht
  • Nachricht = Sachverhalt klären = WER? WAS? WANN? WO? WELCHE QUELLE?
  • Bericht = zusätzliche Erklärung = WIE? WARUM?
  • Meist empfiehlt es sich, als erstes die „WAS“-Frage zu beantworten


Weitere Lead-Regeln für „hard news“

  • Zuerst das Ergebnis, nicht den Vorgang berichten.
  • Auch bei fortsetzenden Informationen: immer zuerst den neuesten Stand, dann erst die Vorgeschichte wiedergeben.
  • Der Lead muss alle wichtigen Infos enthalten, so dass er ohne Änderungen oder Ergänzungen als Kurzmeldungen veröffentlicht werden kann.
  • Der Lead umfasst i.A. den ersten Absatz. Im ersten Satz sollten die wichtigsten Aussagen stehen.
  • Folglich sollte in jeder Medienmitteilung nur ein Thema behandelt werden.


Lead-Regeln für „soft news“

  • Für manche Themen muss am Anfang des Textes Interesse erzeugt werden. z.B. Stichworte mit Aufmerksamkeitswert.
  • Andere Themen können durch einen originellen Einstieg Leser in den Text ziehen.
  • Beispiel: Im Volksmund heißen sie „Russlanddeutsche“, auch wenn ihre Wiege vielleicht in Georgien oder Kasachstan stand. Und sie fühlen sich oft falsch verstanden von ihren neuen Nachbarn in Hamm oder Herne, abgestempelt als Wirtschaftsflüchtlinge.


Aufbau einer Medienmitteilung

  1. Lead = Nachrichtenkern
  2. Unterstützende Fakten: Zusätzliche Erklärungen zum Wie und Warum
  3. Details zum Sachverhalt
  4. Weniger bedeutende Einzelheiten

Tipp: Nachrichten/Berichte werden traditionell von hinten gekürzt. Schreiben Sie deshalb nie etwas Wichtiges zum Schluss!


Überschrift

  • Dient allein der schnellen Orientierung der Journalist_innen über das Thema und eine zentrale Aussage. (Eine wichtige Information darf nie nur in der Überschrift stehen!)
  • Nützlich sind eine Hauptüberschrift und eine Dach- oder Unterzeile
  • „Medienmitteilung des XY-Vereins“ reicht nicht!!!
  • Tipp: Schreiben sie die Überschrift zuletzt!


Aufmerksamkeit und Service bündeln

  1. Nachrichtliche Zusammenfassung, die außerdem den Ansprüchen von Rundfunknachrichten und online-Medien genügt.
  2. Überschrift(en): Stichworte zum Thema
  3. Lead: angefeatureter Einstieg


Stil und Sprache – Theorie

  • 1 Gedanke = 1 Satz :)
  • Absätze nach drei bis vier Sätzen machen und einen Text übersichtlich --> erleichtert das Lesen.
  • Tempi: Der erste Satz steht i.A. im Perfekt. Dann folgen Präteritum und Perfekt im Wechsel. Plusquamperfekt nur für „Vorzeitverhältnisse“.
  • Passiv vermeiden: Ausnahme: Informationen über Opfer („Leideform“)
  • Grundsätzlich kurze Sätze, maximal einen Nebensatz.
  • Substantivierungen vermeiden, insbes. „gepfropfte Verben“. z.B. Erklärung --> erklären! Einbeziehung --> einbeziehen!, Beanstandung --> beanstanden!
  • Nominalstil (Aneinanderreihung von Stubstantiven) vermeiden
  • Adjektive kritisch prüfen, ob sie wirklich notwendige, aussagekräftig sind
  • Fachbegriffe und Abkürzungen erläutern.


Sonderfall: Was tun mit Wertungen?

  • Gewichten heisst werten: Konzentration auf die wichtigsten Fakten und Argumente und frühe Platzierung im Text
  • Wertungen Personen zuordnen: „Nach Ansicht von Karla Meier ...“
  • Wichtig: Wertungen lass sich nicht „unterjublen“. Bei fast allen Journalisten funktioniert der „Neutralisierungsreflex“.


Stil und Sprache – Praxis

  • Mitteilungen von Außenstehenden gegenlesen lassen: Ist die Mitteilung interessant und verständlich?
  • Text immer routinemäßig auf typische individuelle „Macken“ prüfen: z.B.
    • Passiv vermeidbar?
    • Fachworte oder allgemeiner Sprachgebrauch?
    • Substantivierung in aktive Sätze umwandelbar?
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